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Australier

Australische Mentalität

In Australien legen die Menschen großen Wert auf Fairness und Ehrlichkeit. Auch wenn die Wahrheit oft unangenehm erscheint, sagen sie ihre Meinung dem Gegenüber direkt ins Gesicht und stehen zu ihrem Wort. Dieser Kodex ist in Australien allgemein als „Fair dinkum“ bekannt. Auch von auswärtigen Besuchern erwarten sich die Aussies eine solche Verhaltensweise.

Der „Australian Way of Life“ unterscheidet sich gravierend von Lebensweisen in anderen Ländern. Obwohl Australien nach Japan und Amerika als dritter meist industrialisierter Staat der Welt gilt, sind die Bewohner für ihre entspannte Arbeitsmoral berühmt. Sie verabscheuen lange Arbeitszeiten und erfreuen sich lieber an schönem Wetter, Sport oder an der Gemeinschaft mit Familie und Freunden. Ihr Motto ist „Arbeite, um zu leben“ und nicht „Lebe, um zu arbeiten“.

Australier bezeichnen jeden als ihren „mate“, was aber nicht dasselbe wie Freund bedeutet. Viele Neuankömmlinge verwechseln hier oft Freundschaft mit Kameradschaft. Der Ausdruck „mate“ stammt aus Kriegszeiten. Männer, die unter schlimmen Umständen dieselben Erfahrungen gemacht hatten, bezeichneten einander als „mates“. Mit einem „mate“ kann man zwar eine lustige Nacht im Pub verbringen, doch Sorgen und Probleme interessieren ihn nicht wirklich.

Australier sind für ihren schrägen Humor bekannt. Sie machen sich über alles und jeden, sogar Religion, Politik und ihre eigene Kultur lustig. Besucher sollten diese Scherze nicht Ernst nehmen und einfach über sich selbst lachen. Besonders gerne ärgern Aussies die Engländer (nicht Iren, Waliser oder Schotten), welche sie als „Poms“ bezeichnen. Ansonsten verstehen sie sich mit ziemlich allen Einwanderern gut.

Sie mögen die Kultur und das Essen der Europäer und schätzen Asiaten, da diese sehr höflich sind und ihre Kinder gut erziehen. Sie sind den Amerikanern in vielerlei Hinsicht ähnlich und verstehen sich daher untereinander. Australier gelten als sehr tolerant und kümmern sich nicht darum, wenn es bei den Bewohnern nebenan einmal etwas lauter zugeht. In den Suburbs verzichten die meisten überhaupt auf Kontakt mit ihren Nachbarn.

Im ganzen Land herrscht das Gleichheitsprinzip. Alle Menschen, egal welcher Herkunft’ sind gleich und werden auch gleich behandelt. Beruf und Einkommen spielen bei der Auswahl von Freunden weniger eine Rolle. Beim Barbecue sitzen Uniprofessoren und Arbeiter gemeinsam bei einem Bier und diskutieren miteinander. Das lokale Pub ist ein beliebter Treffpunkt in vielen Regionen, wo sich ebenfalls Menschen aus verschieden Bildungsschichten unterhalten.

Die Aussies verbringen ihre Freizeit am liebsten draußen in der freien Natur. Daher gehört Gartenarbeit auch zu ihren Hobbies. Die Vorgärten sind oft hübscher, als das Innere der Häuser. Ihre Leidenschaft gilt außerdem dem aktiven und passiven Sport. Die Leute, die an der Küste leben, schnappen sich am liebsten ein Surfboard und reiten die Wellen ihres lokalen Strandes. Die weniger Aktiven verbrauchen ihre Energie beim Anfeuern der Lieblingsrugbymannschaft.

Da den Aussies Freizeit wichtiger als Arbeit ist, sind sie meist Mitglied in verschiedenen Clubs. Begeisterte Wassersportler treffen sich aufgrund ihrer Aktivitäten im „Surf Live Saving Club“. Die Veteranen haben die Kette der RSL-Clubs in Australien aufgebaut, die Restaurants, Bars, Casinos und Freizeitveranstaltungen beinhalten. Ansonsten gehen die Aussies noch gerne in Sport- und Gemeinschaftszentren.